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Published on September 17th, 2013 | by Sonja

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Wein, Rad und Fluss – Reisen entlang der Mosel

Der größte Rheinzufluss windet sich in seinem Unterlauf gleichsam einem überdimensionierten blauen Band und hat damit das größte Steillagenweinanbaugebiet der Welt hervorgebracht. Folgt man auf Radreisen den Richtungsänderungen der beschaulichen Mosel, bestaunt man links und rechts des Flusses tausende Weinstöcke und romantische Winzerdörfer. Auf den unzugänglichsten Felsen und Hängen nutzen die Weinbauern das milde Klima der Region und kredenzen Besuchern gerne das süffige Resultat ihrer Bemühungen. Die besten Rieslingweine der Erde werden auf 5300 Hektar Anbaufläche hergestellt und so wird man allerorts zu einer Verkostung beliebter Jahrgänge verlockt. Naturerlebnis, sportliche Herausforderung und kulinarischer Genuss bilden auf dem Mosel Radweg eine Einheit und die Gastfreundschaft der Moselaner trägt ihr Übriges zu einem unvergesslichen Aufenthalt bei.
An der Mosel finden sich zahlreiche historische Superlative. Trier ist eine der älteste Städte Deutschlands und unweit der Porta Nigra liegt Neumagen. Die Gemeinde blickt auf die längste Winzertradition nördlich der Alpen zurück und gilt als erstes Weindorf auf deutschem Boden. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass man entlang der Mosel auch auf einen der teuersten, weil qualitativ hochwertigsten Weinberg der Erde trifft. Über der romantischen Altstadt von Bernkastel-Kues liegt der sogenannte „Bernkasteler Doctor“. Die Einzellage gehört zur Großlage Badstube und die edlen Tropfen, die sie hervorbringt werden immer wieder zu den international besten Weißweinen ernannt. Auf einem steinigen und lehmigen Untergrund gedeihen hier auf gut drei Hektar ausschließlich Trauben für den Riesling. Der Weinberg ist wegen seiner extremen Steilhanglage nur unter erhöhtem Arbeitsaufwand zu bestellen und dadurch überaus kostenintensiv in der Pflege.
Passiert man unweit von Bremm eine der reizvollen Moselschleifen, radelt man am steilsten Weinberg des Globus vorbei. Der Bremmer Calmont besitzt ein Gefälle von 65 Prozent und ist nur mit Steigeisen und an einem Kletterseil zu bearbeiten. Durch die relativ ausufernde Flusswindung entsteht hier ein besonders windgeschütztes Areal, das einen schmackhaften Weißwein hervorbringt. Ein stimmungsvolles Panorama auf die Rebstöcke gewährt das Kloster Stuben.


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